Die Süddeutsche Zeitung berichtete über einen interessanten Strafrechtsfall: Bei einem Tatverdächtigen wurde eine Wanze in seinem Auto montiert. Während er alleine fuhr, führte er ein Selbstgespräch und gestand dabei einen Mord. Die Frage war, ob eine solche Aussage verwertbar ist. Ist sie nicht, wie der Bundesgerichtshof (BGH) jetzt entschied. Nach dem BGH ist das Selbstgespräch keine Form der Kommunikation, sondern wie ein Gedanke zu behandeln. Und Gedanken sind - das entsprechende Lied dürfte bekannt sein - frei. Soweit so gut. Aber dann wurde es erst richtig interessant:
"Und die Frage, was genau ein Selbstgespräch ist, wird weiter diskutiert werden. Ein Gebet - wenngleich durch die Religionsfreiheit geschützt - sei jedenfalls keines, sondern Kommunikation, hatte Fischer in der Verhandlung angemerkt. Was ihm den Widerspruch eines Rechtsanwalts eintrug: 'Gott antwortet nicht.' Darauf [der Richter] Fischer: 'Manchen antwortet er.'"
Damit dürfte nunmehr durch ein Bundesgericht festgestellt worden sein - das Gebet ist ein Dialog mit Gott. Vielleicht nicht für jeden, aber für manchen. Dazu fällt mir nur ein: "Suchte und ihr werdet finden." (Lk 11,9)
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"Auch für die weltanschauliche Neutralität des Staates sprachen sich die Mitglieder aus. Die Piratenpartei will religiöse und staatliche Belange trennen. Finanzielle und strukturelle Privilegien für einzelne Glaubensgemeinschaften sollen ebenso abgeschafft werden wie die Erfassung der Religionszugehörigkeit durch staatliche Stellen. Kirchenbeiträge sollen nicht mehr durch den Staat eingezogen werden." So lautet die Pressemitteilung der Piratenpartei vom 4. Dezember 2011. Ich habe zweimal Piraten gewählt. Beim ersten mal (der letzten Bundestagswahl) war mir schon klar, dass es wohl das letzte mal gewesen sein wird. Berlin habe ich mich aufgrund der Kommentare der SPD und der Grünen nochmal dazu durchgerungen. So sympatisch ich das Engagement finde, so unwählbar sind sie für mich geworden. Es geht mal wieder um die Grundstreitigkeiten - diesmal der Vorbehalt der Homilie (Predigt in der Eucharestiefeier) für Kleriker. Das ist im Bistum Chur nicht überall beachtet worden. Daraufhin hat sich der zuständige Bischof in einem Brief an die betreffenden Laien gewandt. Der Brief ist lesenswert - denn wie so oft macht der Ton die Musik. Hierauf erfolgte nach Aussage des Bistums keine Reaktion des Bistums, sondern ein Diakon im Ruhenstand sah sich bemüßigt, den Konflikt in die Presse zu tragen. Dann ging auch das Bistum in die Offensive. Nach dem Lesen des Briefes kann ich dieser Vorgehensweise nichts abgewinnen. Es würde gut anstehen, wenn bei solchen Konflikten die Eskalationen Schritt für Schritt erfolgen. Und da hätte die Annahme des Gesprächsangebot des Bischofs vorangestanden. Gleichwohl sehe ich dabei zwei andere Mißstände: Zum Einen ein Diakon, der sich darüber beklagt, dass der Bischof versuche, das Bistum auf "römischen Kurs" zu bringen. Hat sich der Bischof nicht dazu im Rahmen der Bischofsweihe verpflichtet? Ich konnte dies dem cic nicht entnehmen, habe dies aber noch von der Weihe von Weihbischof Heinrich so im Ohr.. Zum Anderen sehe ich aber zunehmend auf ein Aufklärungsproblem. Konkret im vorliegenden Beispiel: nicht im Schreiben des Bischofs. Das hat sich an Theologen gerichtet und ich unterstelle, dass ihnen die entsprechenden Argumente und Dokumente bekannt sind. Aber in der Veröffentlichung des Bistums wäre es nützlich gewesen. Ich gebe gut und gerne zu, dass mich das bereits gelesene auch noch nicht überzeugen konnte, warum Laien in der Homilie nicht predigen dürfen. Aber ich gerne bereit, mich überzeugen zu lassen und "auf den römischen Kurs" bringen zu lassen. Und so fand ich über die Wikipedia die "Instruktionen zu einigen Fragen über die Mitarbeit der Laien am Dienst der Priester". Und im Kapitel 3 (Seite 20) kommt es dann: der scheinbar entscheidende Satzteil ist in Latein, es ist keine Übersetzung beigefügt. Das Ergebnis dieses Satzes: "Daher muss die Homilie während der Eucharestiefeier dem geistlichen Amtsträger, Priester oder Diakon, vorbehalten sein." Aha. Nun mag man mich für ungebildet halten, da ich kein Latein gelernt habe. Ja, wäre praktisch gewesen, Aber das Nachholen ist Mühsam und geht nur in kleinen Schritten voran. Das kann aber nicht der Punkt sein. An wen wendet sich eine solche Schrift? Auch an Laien? Dann sollte sie auch für die Mehrzahl der Laien verständlich geschrieben werden. Ich wünsche mir mehr Aufklärung, mehr Kateches von unserer Kirche. Ich bin überzeugt davon, dass viele Laien in vielen Punkten der römischen Ansicht zumindest Charme abgewinnen könnten, wenn die Kirche mehr aufklärte. Und ja - sicherlich obliegt es einem jedem, sich die Informationen zu beschaffen und sich fortzubilden. Aber can. 1032 lässt mich doch vermuten, dass Kleriker eine gewisse "Bringschuld" tragen..
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SchreibzelleDas ist doch mal eine tolle Idee - eine Schreibzelle. Das Kloster Fahr stellt Jugendlichen und jungen Erwachsenen für zwei Tage eine Zelle zur Verfügung, um der Suche nach Gott Raum zu schenken. Für einen geringen Unkostenbeitrag finden die Gäste die notwendige Ruhe. Dabei sind schöne Gedanken zu Papier gebracht worden, die unter dem obigen Link eingesehen werden können. Darauf gekommen bin ich über einen Tweet von Abt Martin Merlen. Schade, dass ich dafür schon die Altersgrenze überschritten habe :) |
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